Donnerstag, 12. Januar 2023
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Wie wird man eigentlich Einsatzpilot beim Bundesheer? Informatives Video dazu: Oberleutnant Patrick Wöss ist Einsatzpilot am Eurofighter und erzählt ein bißchen über den Karrierpfad zum Eurofighter-Piloten:
vor etwa 3 Wochen
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#4232

Wann warst Du?


2003-09 bis 2003-11


Schräg gewesen, weil wir mit 150er, 172er ausgebildet wurden - es ging nur darum zu sehen, wie sich die Leute im Team verhalten und prinzipiell geeignet sind.


Teamverhalten war bei uns eher Nebenprogramm (mit unregelm. Psychologengesprächen)
überhaupt war sehr viel psychologie im Spiel - das wurde mir erst nachträglich so richtig bewusst.

Hier noch ein Blick von oben auf das damalige temporäre Zuhause - schaut heute natürlich ganz anders aus... die ÖLS gibts ja auch nimma...
01 Blick auf ÖLS.png
vor etwa 3 Wochen
·
#4231
Hab gerade einen ziemlichen "Flashback", da ich ebenso das Programm gemacht hatte.

Wann warst Du?

Bei mir war es Mär/Apr 1991.

1988 eingerückt bei der Artillerie in Wr.Neustadt, angegeben dass ich "Flieger werden möchte", nach meinen 6 Monaten erst einen Brief bekommen, im Rahmen von "freiwilligen Waffenübungen" die Selektion in der Maresi sowie HSp gemacht, und dann endlich 1991 ebenso im Rahmen einer "freiwilligen Waffenübung" für 7 Wochen eingerückt.

Zuerst 1 Woche Langenlebarn, dann 5 Wochen Flugtraining und Theorie in Wr. Neustadt, zum Abschluss noch eine Woche in der Kaserne MilAk in Wr. Neustadt verbracht.

Ich glaube, dass war überhaupt der erste derartige Kurs überhaupt.

Schräg gewesen, weil wir mit 150er, 172er ausgebildet wurden - es ging nur darum zu sehen, wie sich die Leute im Team verhalten und prinzipiell geeignet sind.

Geflogen bin ich einmal mit der PC7 ((der Ausbildungsleiter (?Obstlt. Schönberg?) ist einmal die Woche aus Zeltweg oder so eingeflogen. Coole Persönlichkeit gewesen, der hat mich beeindruckt von seiner Art her)).

Mit ihm bin ich auch eine Stunde Kunstflug geflogen in einer Belanca Decathlon, inklusive Speiben den Rest vom Nachmittag, da ich dachte, besser nichts essen vorher;) (ein Fehler: leicht, aber normal essen ist die Devise).

Weiters auch noch mit der AB212 (wenn es eine war, weiß nicht mehr so genau) mitfliegen dürfen, um Hubschrauber-Feeling schnuppern zu können inkl. "Hubschrauberballett", um die Möglichkeiten zu zeigen und Aussenlandung mit "Rauchpause" (yup, 1991 ;) irgendwo in den Donauauen bei Tulln.

Um den geplanten "Testflug" mit der Saab 105 sind wir leider umgefallen, das war damals leider genau zum Beginn des Jugoslawien-Kriegs und die 105er sind alle im Süden Patrouille geflogen - ewig schade.

Letztendlich hätte ich nochmals einige Monate später mit der eigentlichen Basisausbildung in Zeltweg beginnen können, hatte mich aber für Beendigung des BWL-Studiums gegen die BH-Karriere entschieden. Glaube, beliebt hatte ich mich mit der Entscheidung damals nicht gemacht...

Die PPL-Prüfung hatte ich dann aber ein paar Wochen später trotzdem privat abgelegt.

Den Segelflieger hatte ich privat 1990 am Spitzerberg gemacht. Und durch das BH hatte ich dann immerhin 30h Motorflug zusätzlich "am Buckel", inklusive komplette Theorie-Vorbereitung und Theorie-Büffeln am Abend während der 5 Wochen Intensivkurs.

lG, Alex

vor etwa 3 Wochen
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#4230

Erzähl uns doch bitte ein bissl mehr drüber!


in einem einzigen Post geht das nat. nicht aber ich fang mal an... Fortsetzung beizeiten in meinem piloten-blog
Stellung...."Flugtauglich" "Yes!!" man freut sich -und fragt sich: "Wie geht's weiter".
Wo mach ich den GWD? - Langenlebarn? ist geographisch in der Nähe und man sieht tolle Geräte in der Luft - wenn man schon kein Pilot wird, möchte man wissen, wie man die "Dinger" vom Himmel bekommt. Also Wunsch and Bundesheer formuliert dass man nach LaLe möchte...
Dann fängt man während dem GWD an zu hoffen, dass man irgendwann die Einladung zum HSP (heeresspital) bekommt, wo die medizinischen Tests starten darf.
Die Möglichkeit wird einem dann auch gegeben und man hofft, dass man nicht irgendeine Latexallergie oder irreparable Wirbelsäulenschäden hat. - Dann kriegt man Befunde und Röntgen mit und freut sich hoffentlich, dass man das geschafft hat ':-) --- das ist halt nicht alles --- parallel gibts im HSP (wie im video erwähnt) die psychologische Eignung mit tollen Computerspielen und kreativen Tests, auf die man sich nicht vorbereiten kann - wenn man sich selbst keine Stress macht und den Puls niedrig hält/durchatmet, hat man schon alles richtig gemacht.
Man kriegt sogar zwischen den Zeilen ein bisschen mit, worin man wirklich gut ist und ist auch stolz auf kleine Zwischenergebnisse (auch wenn man noch nicht weiß ob man unter den TOP10 (später dazu mehr) ist.

Danach ging es für mich im GWD weiter (mittlerweile war ich Kraftfahrer im Feldkabeltrupp :~} ) geworden (also nix mit "Flugzeuge am Himmel verfolgen"... :D) - das Tolle, die LKW-Fahrschule war in Linz-Hörsching.. wo auch tolles Gerät in der Luft zu sehen ist :) - ich muss erwähnen, dass ich im TGM in Maschinenbau maturiert habe und für komplexe Geräte, egal ob am Boden oder in der Luft, immer ein Fable hatte.

Ich glaube "per Schneckenpost" kam dann die Info, dass ich bei der fliegerischen Selektion dabei sein darf. Da brauch ich euch nix sagen... das ist für jeden, der die Nachricht bekommt, nicht nur ein Meilenstein, sondern ein tolles Gefühl. Da vergeht die Zeit beim Grenzeinsatz "wie im Fluge" :)

Dann fing alles erst an...
Damals noch in der ÖLS (Österreichische Luftfahrtschule) am Flughafen Graz bekommt man mal einen Überblick, wie das Ganze abläuft... täglicher Sport, tägliches lernen (classroom training) parallel das Funkerzeugnis (was das ist, war vielen von uns nicht bekannt) und dann waren wir da... 9 Rekruten/Gefreite/Stabswachtsmeister (es gab aber auch Ausnahmen -ein erfahrener Hubschrauberpilot war auch dabei) ... wir kannten uns alle nicht und waren voll fokussiert darauf, alles aufzusaugen und zu machen, was uns "befohlen" wird.

Durch das AFZ, die Classroom Trainings und den Sport wächst man so schnell zusammen wie 2 fremde Kindergartenkinder, die sich erst 10 Minuten kennen :) - nach dem AFZ durfte dann auch die praktische Ausbildung auf der Cessna 150 starten (3 Maschinen standen uns zur Verfügung)

Es war alles dabei... Koppelnavigation, Überlandflüge, Procedures... tolle Fluglehrer gehabt... Dazwischen kam mal relativ unvorbereitet ein Kontrollflug mit einem "strengen" Bundesheer-Teamleader (ich nenn es mal so :) ) -der fordert dich schon mal auf unnatürliche Weise ... auch wieder unvorbereitet.
Das Highlight - kurz vor der 20. Flugstunde war dann das Aerobatics Training mit Tonnenrollen, Loopings und einem vorher skizzierten Flugprogramm (in einer Cessna 150 Aerobat)
Ach ja... sehr früh in der fliegerischen Selektion ("Vorbereitungswoche") durften wir auch mal in Linz einen tollen Flug mit einer PC7 und einer Alouette3 machen (Wahnsinn!)

Alles hat aber auch ein Ende --- auch 3 Monate Selektion in Graz und 25 Flugstunden später wird man dann vor vollendete Tatsachen gestellt und man bekommt ein GO oder NOGO für die Ausbildung zum Einsatzpiloten.
Leider hörte hier mein Weg auf und ich habe voller Enttäuschung auch das Angebot einer Ausbildung zum Lotsen nicht wahrgenommen. Aber ich nehme eine bis jetzt bestehende Freundschaft aus der Selektion mit und erfreute mich viele Jahre später an dem absolvierten PPL-Schein, den ich mit unserem geschätzten Forum- @fluglehrer machen durfte

Es bleiben viele Fotos und Erinnerungen, die ich gerne mal mit der Zeit in meinem (noch) leeren Blog hier im Forum teilen kann (muss DSGVO und ePrivacy-mäßig aufpassen, aber das schaffe ich)

01 Blick auf Cessna.png


PS: und mich nehmen sie ja nicht einmal mehr ^^

find ich auch schade... wäre doch toll ein Einsteigerprogramm für erfahrene Flugaffine ins Leben zu rufen...
vor etwa 3 Wochen
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#4225
[quotePost id="4224"]Und die fliegerische Selektion alleine macht verdammt viel Spaß.
....
War eine schöne Zeit![/quotePost]


Erzähl uns doch bitte ein bissl mehr drüber!
Kaum einer von uns hat sowas je selbst erlebt,

LG Axel der Aerotekt

PS: und mich nehmen sie ja nicht einmal mehr ^^
vor etwa 3 Wochen
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#4224
Und die fliegerische Selektion alleine macht verdammt viel Spaß.
Man findet dabei mit etwas Glück Freunde fürs Leben... auch wenn es nach der Selektion schnell vorbei sein kann ... 3 Monate vergehen verdammt schnell wenn es so gut durchgetaktet ist:

  • Fliegen
  • Sport
  • Theoriekurs
  • funkzeugnis
  • einen Major der die Regeln aufstellt
  • Kunstflug
  • Rahmenprogramm im Hangar und Museum

War eine schöne Zeit!
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